{"id":1353,"date":"2016-09-11T11:42:22","date_gmt":"2016-09-11T09:42:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blogbuch-oldenburg.de\/?p=1353"},"modified":"2017-03-21T14:11:01","modified_gmt":"2017-03-21T12:11:01","slug":"14-das-schreiend-ding-1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.blogbuch-oldenburg.de\/?p=1353","title":{"rendered":"14. Das schreiend Ding (1)"},"content":{"rendered":"<p>Bis wir unseren Rooibos-Tee getrunken haben, ist es schon dunkel, und weil wir es mit der Gef\u00e4hrlichkeit nicht gleich \u00fcbertreiben wollen, verschieben wir unseren Ausflug in die Haarenniederungen auf den n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n<p>Als ich abends in meine Unterkunft zur\u00fcckkehre, erz\u00e4hlt Siggi mir, dass eine sehr nette Frau da gewesen sei und mit mir habe sprechen wollen.<\/p>\n<p>\u201eEine sehr nette Frau?\u201c, frage ich.<\/p>\n<p>\u201eVielleicht Ihre Mutter?\u201c, mutma\u00dft Siggi.<\/p>\n<p>Sie h\u00e4tten zusammen Ostfriesentee getrunken und sich \u00fcber mich unterhalten. Die nette Frau sei sehr besorgt gewesen um mich, habe sich erkundigt, was ich so triebe, ob ich viel unterwegs sei und die Geschichte Oldenburgs angemessen studierte.<\/p>\n<p>Meiner Mutter ist eigentlich egal, ob ich viel unterwegs bin und die Geschichte Oldenburgs angemessen studiere. Die einzige Anforderung, die sie an mich und meine Lebensgestaltung stellt, ist, dass ich nicht den ganzen Tag herumliege und Gummib\u00e4rchen esse. Des Weiteren w\u00fcrde es mich \u00fcberraschen, meine Mutter in Oldenburg anzutreffen. Auch wenn sie mir einmal, das ist nun schon ein wenig her, nach Stockstadt am Rhein nachgereist ist \u2013 aber nur, weil ich sie darum gebeten hatte und aus einer berufsbedingten Notsituation befreit werden musste.<\/p>\n<p>\u201eWie sah sie denn aus, meine Mutter?\u201c, frage ich Siggi.<\/p>\n<p>\u201eGute Figur\u201c, sagt Siggi. \u201eEin wenig blass vielleicht?\u201c<\/p>\n<p>\u201eTrug sie ein irgendwie viktorianisch anmutendes Kleid und hatte erbsengr\u00fcne Augen?\u201c, frage ich.<\/p>\n<p>\u201eJa, ganz genau!\u201c, sagt Siggi. Und dann er\u00f6ffnet sie mir noch, dass die Frau, die vermeintlich meine Mutter, in Wahrheit aber blo\u00df die Erftenmoder, gewesen ist, etwas f\u00fcr mich dagelassen habe. Ein Buch.<\/p>\n<p>Siggi \u00fcberreicht mir das Buch, aus dem ein orangefarbener Post-It hervorschaut. Die Erftenmoder will nun anscheinend sichergehen, dass ich meine Sache ordentlich mache, und hilft ein wenig nach.<\/p>\n<p>Ich erz\u00e4hle Siggi von meinem Besuch bei dem Studenten, der anonym bleiben m\u00f6chte. \u00dcber die unheimlichen Vorg\u00e4nge in den Haarenniederungen schweige ich mich aus, aber ich berichte von dem guten Rooibos-Tee und dem Seerosen-Raumduft.<\/p>\n<p>\u201eNa so was, da k\u00f6nnten sie doch mal eine Geschichte dr\u00fcber schreiben!\u201c, sagt Siggi.<\/p>\n<p>\u201e\u00dcber einen Studenten, der Rooibos-Tee trinkt?\u201c, frage ich.<\/p>\n<p>\u201eJa!\u201c, sagt Siggi.<\/p>\n<p>\u201eOder vielleicht gleich lieber einen Roman\u201c, sage ich.<\/p>\n<p>\u201eNa, mir w\u00fcrde dazu kein Roman einfallen. Aber ich bin ja auch keine Schriftstellerin\u201c, sagt Siggi, und dann l\u00e4cheln wir beide.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In meinem Zimmer mache ich mir erst einmal eine T\u00fcte Gummib\u00e4rchen auf und besehe mir das Buch, das die Erftenmoder f\u00fcr mich abgegeben hat, genauer. Es ist randvoll mit unheimlichen regionalen Geschichten. Ich schlage die Seite auf, die mir die Erftenmoder bereits mit einem orangefarbenen Post-It markiert hat. Damit keinerlei Missverst\u00e4ndnisse m\u00f6glich sind, hat sie hinter die entscheidende Geschichte auch gleich einen gr\u00fcnen Punkt gesetzt.<\/p>\n<p>Ich fange an zu lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis wir unseren Rooibos-Tee getrunken haben, ist es schon dunkel, und weil wir es mit der Gef\u00e4hrlichkeit nicht gleich \u00fcbertreiben wollen, verschieben wir unseren Ausflug in die Haarenniederungen auf den n\u00e4chsten Tag. 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